holbor.de
  viel Spass beim stöbern
Login
Benutzername: Passwort:  

    
Content is a important thing for a cms
Hauptmenü
Community
Sonstiges

Richtiges Laden und Entladen von Batterien

LADEN UND ENTLADEN

In einer Batterie befinden sich zwei Arten von Platten. Die positiven und die negativen. Beide sind in eine Lösung aus Schwefelsäure
und destilliertem oder entsalztem Wasser getaucht. Sowohl Blei als auch Bleioxid kann mit Schwefelsäure reagieren. In beiden Fällen entsteht der chemische Stoff Bleisulfat, der sich auf den Platten ablagert.  Sulfat wird der Schwefelsäure entzogen, die dadurch etwas weniger sauer wird.

Bleisulfat hat zwei Erscheinungsformen, die amorphe Form und die Kristallform. Solange sich das Sulfat in der amorphen Form befindet, ist alles mit der Batterie in Ordnung. Sulfat besteht aus sehr vielen winzigen Körnchen, die zusammen eine große Oberfläche haben. Wenn diese Körnchen sich zu Kristallen ordnen, wird die Kontaktfläche zwischen dem Sulfat und der Batterieflüssigkeit kleiner.

Es ist dann sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, eine chemische Reaktion zwischen dem Bleisulfat und der Schwefelsäure zustande zu bringen. Im schlimmsten Fall schließt eine Kruste aus Bleisulfatkristallen die Platten völlig von der Batterieflüssigkeit ab. Bleisulfat ist ein sehr schlechter Leiter für elektrischen Strom. Wenn sich eine harte Kruste Bleisulfat auf den Platten gebildet hat, kann man also kaum Strom durch die Batterie schicken, um sie zu laden. Man nennt die Batterie dann "sulfatiert" und sie muß ersetzt werden. Man verhindert das Sulfatieren, indem man die Batterie soweit wie möglich in geladenem Zustand hält. Dann befindet sich eine minimale Menge Bleisulfat auf den Platten, die sich also auch nicht zu den gefürchteten Kristallen anordnen kann.

Das heißt nicht, daß man eine Batterie nie entladen darf.

Eine tief entladene Batterie ist an sich nichts Schlimmes. Man muß sich nur realisieren, daß es bestimmte Konsequenzen hat.
a) Wenn man eine tief entladene Batterie zu lange in diesem Zustand stehenläßt, bekommt das Sulfat die Gelegenheit zum
Kristallisieren, was nicht zu behebende Beschädigung ergeben kann.
b) Eine tief entladene (aber noch gesunde) Batterie lädt sich schwer auf Sämtliche Platten sind mit pulverförmigen Bleisulfat bedeckt.
Damit sind die Platten so gut wie ganz von der Elektrolytlösung isoliert.

Es ist für den elektrischen Ladestrom schwierig, sich durch die Bleisulfatschicht hindurchzuwinden. Nur wo hier und dort ein Schleichweg besteht, ist das möglich.

Ist die Batterie völlig entladen (Spannung unter 10, 7 V), akzeptiert sie beim Laden zu Anfang fast überhaupt keinen Strom (nur wenige Milliampere) Nach einiger Zeit akzeptiert die Batterie mehr und mehr Ladestrom. Die Schicht an pulverförmigem Sulfat wird nämlich immer ein wenig dünner Ein besserer Kontakt zwischen Flüssigkeit, Bleisulfat und Platten ist die Folge, und damit kann die chemische Reaktion immer besser in Gang kommen. Das Sulfat kann leichter in Schwefelsäure, Blei und Bleioxid umgewandelt werden, also in die Ausgangssituation, die wir "voll" nennen

Je nach der Dauer des entladenen Zustandes der Batterie kann das Laden sogar bis zu fünf Tagen dauern. Das ist an sich kein
Problem Solange das Sulfat nicht die Möglichkeit bekommen hat, zu Kristallen auszuhärten, kommt alles wieder völlig in Ordnung. Das
einzige Problem ist, daß zu Beginn der Ladeprozeß äußerst träge in Gang kommt Es hat wenig Sinn, diesen Ladeprozeß zu forcieren.

Eine besonders große Spannung auf die Platten zu legen, hat vielleicht zur Folge, daß hier und da ein Loch in die Bleisulfatschicht geschlagen wird. Der Ladestrommesser schlägt dann sofort stark aus. Man muß aber bedenken, daß sich das Bleisulfat während des Entladens allmählich und gleichmäßig auf den Platten abgelagert hat Das Beste ist, wenn sich die Schicht auch wieder allmählich und regelmäßig auflöst.So kann man während des Ladens die Batterie ab und zu ein bißchen hin und her bewegen oder ein bißchen schütteln. Das bewirkt, daß sich der Ladeprozeß regelmäßiger und schneller vollzieht.

 Bei einer höheren Temperatur erfolgt das Laden schneller; jeder chemische Prozeß vollzieht sich schneller, wenn die Temperatur höher liegt. Aber eine zu hohe Temperatur muß vermieden werden. Während des Ladens wird die Batterieflüssigkeit saurer. Das Bleisulfat von den Platten setzt sich wieder in Schwefelsäure um. Da die Schwefelsäure schwerer ist als destilliertes Wasser, das sich ebenfalls in der Batterie befindet, nimmt das spezifische Gewicht der Mischung zu.

Sobald die Batterie ausreichend geladen ist, muß der Ladeprozeß gestoppt werden. Denn wenn das Sulfat von den Platten verschwunden ist, kann man weiterhin Elektronen in die Batterie pumpen, aber die spalten dann kein Bleisulfat mehr in Blei, Bleioxid und Schwefelsäure auf. Sie tun etwas völlig anderes.

Wenn man eine volle Batterie zu lange an ein Ladegerät anschließt,
teilt der Ladestrom das Wasser in der Batterie in die beiden Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff. Die Batterie wird dadurch nicht besser geladen. Im Gegenteil, dadurch dickt die Batterieflüssigkeit ein, und man produziert das gefährliche Wasserstoffgas. Rechtzeitiges Stoppen des Ladeprozesses ist also sehr zu empfehlen. Man stoppt das Laden, wenn die Spannung einer
12 V Batterie "droht", über 14,4 V anzusteigen. In einem automatisierten Ladegerät wird die Batteriespannung laufend kontrolliert, und der Ladestrom beim Erreichen dieser sogenannten "Gasspannung" von 14,4 V zurückgeregelt.

Publiziert am: Montag, 08. September 2008 (3153 mal gelesen)
Copyright © by holbor.de

Druckoptimierte Version  Artikel einem Freund empfehlen

[ Zurück ]


Alle Logos und Warenzeichen auf dieser Seite sind Eigentum der jeweiligen Besitzer und Lizenzhalter.
Im übrigen gilt Haftungsausschluss. Weitere Details finden Sie im Impressum.

Die Artikel sind geistiges Eigentum des/der jeweiligen Autoren,
alles andere © 2008 - 2017 by holbor.de


Seitenerstellung in 0.0569 Sekunden, mit 17 Datenbank-Abfragen